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Kurzfassung

Von wem stammen die Rezepte? Die Auswahl der Rohstoffe, der Hersteller, der Anbauländer? Von einer Neurobiologin, Heilpraktikerin, Lehrerin, Dozentin, Krankenschwester, Wissenschaftlerin- aber auch Produktentwickler-, Designer- und Parfümeurin- und inzwischen auch Bloggerin: von mir.

 

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Jedes Kind ist neugierig –   War ich auch und bin es bis heute – meinem Opa sei Dank- geblieben. In der Grundschule hatte ich Glück mit einer Klassenlehrerin, die es verstand, das Interesse an der Welt wach zu halten.

Der große Absturz kam mit dem Wechsel in das Gymnasium. Dass es etwas wie Entwicklungsschritte und -Phasen gibt, oder auch Kinder bzw. Jugendliche bereits Persönlichkeiten sind, muss an ganzen Horden von Erziehern und Pädagogen spurlos vorüber gegangen sein.. In den Naturwissenschaften blieb es dagegen spannend und so forstete ich nach und nach diverse Büchereien in meiner Umgebung auf der Suche nach weiteren Antworten durch. (Wie schön ist es heute mit dem Internet!!) In den anderen Fächern konnte ich den Ausführungen nicht folgen.

Schließlich entstand in mir der Wunsch, Medizin zu studieren. Da fand ich alles wieder, was sich in der Schule als spannend heraus gestellt hatte. Zu der Zeit gab es noch kein Zentralabitur- so wurde ich zwar gerade in den Naturwissenschaften inhaltlich sehr gut auf das Studium vorbereitet- aber die Ansprüche an die Schüler in dieser Schule waren so, dass mein Notendurchschnitt nicht ausreichte. Also musste ich einen Umweg einlegen- frei nach dem Motto: wenn Plan A nicht funktioniert, gibt es zum Glück noch 25 weitere Buchstaben.

Ich begann eine Lehre als Krankenschwester. Die anschließende Tätigkeit als ausgebildete Krankenschwester entsprach so gar nicht dem, was uns zuvor beigebracht wurde. Auch die Ärzte waren nicht viel besser dran: es gab extrem viele Vorschriften und Einschränkungen, deren Sinn sich uns (und mir bis heute) nicht erschloss. Das, was meinen ursprünglichen Absichten am nächsten kam, fand sich im Studium der Biologie. Das entpuppte sich als gute Wahl: egal, ob wochenlange Praktika in den „Ferien“, Veranstaltungen von bis zu 14 Stunden am Stück, nächtliche Versuche oder an Wochenenden- mit wenigen Ausnahmen waren diese Jahre ein einziges Highlight. Dank meiner vorangegangen Ausbildung gab’s genug Jobs in interessanten Bereichen wie z.B. Intensivstationen und Kreißsaal.

Und jetzt war auch der anspruchsvolle Unterricht meiner Oberstufenzeit von Vorteil- Ich hatte oft einen erheblichen Wissensvorsprung und konnte mich ganz auf die Neuigkeiten konzentrieren. Als Hauptfach wählte ich auf Grund einer familiären Vorgeschichte die Neurobiologie. Das war vom Fachlichen her eine gute Entscheidung- weniger, was die Ansichten einiger betreuender Hochschullehrer anging. Nach dem Diplom nahmen meine Studien ein jähes Ende… – weil man in diesem Fach als Mutter keine ernstzunehmende Wissenschaftlerin mehr sein könne….!..?

Das war’s.

(Ja- ich habe während des Studiums einen Sohn bekommen und der wurde schnell „mit den Naturwissenschaften“ vertraut gemacht- Er war bei meinen Versuchen im Reisebettchen dabei- hat sie sogar oft interessiert verfolgt 😉 – und bevor jemand entsetzt fragt: Nein, die Versuche waren nicht schädlich oder gefährlich und für ihn scheinbar auch nicht langweilig.. ) Ok.. es sind ja noch ein paar Buchstaben übrig.

Mit dem kleinen Kerl einen Job zu finden, der wenigstens halbwegs meinen Wünschen entgegen gekommen wäre, war nicht einfach und hat eine ganze Weile gedauert. Außer Nachtwachen gab es nichts. Über den Kindergarten bekam ich schließlich den Tipp, eine Ausbildung zum Oberstufen-Waldorflehrer zu machen. Dafür existieren unterschiedliche Wege und ich glaube, ich habe die bestmögliche Ausbildungsstätte erwischt. ;))

Voller Tatendrang begann ich als Lehrerin an der ersten Schule. Und hatte schnell das Gefühl, ich hätte in keiner meiner Ausbildung wirklich etwas gelernt. Ja- es ist ein großer Unterschied, ob man einfach Wissen abrufbar haben muss- oder einem anderen etwas so erklären, dass der es versteht. In dieser Zeit habe ich wortwörtlich meine Fächer „begriffen“! Damit konnte ich mit immer größerem Vergnügen meine Schüler mit zahlreichen praktischen Erfahrungen mit meiner Begeisterung für Biologie und Chemie anstecken. (Organische Chemie findet z.B. ein ganz anderes Verständnis, wenn man sich seine gesamten Pflegemittel mit diesem Wissen selbst herstellt.)

Leider stieß die Art des Unterrichts und das Feedback der Schüler bei einigen Kollegen auf wachsendes Mißtrauen. Dabei blieb es nicht- und so verließ ich nach einigen Jahren schweren Herzens die Schule, um fortan in „ freier Wildbahn“ Erwachsene (z.B. in medizinischen Themen) und Kinder zu unterrichten. Auch hier profitierte ich von den Vorteilen der ungewöhnlichen Ausbildung in Pädagogik.

Aber ich wäre nicht ich, wenn mir das genug gewesen wäre: mir reichte mein Wissen in der Schulmedizin nicht- die sich eben oft genug mit dem Ansatz eines Biologen „beißt“. Einige Alternativen, die ich inzwischen kennen gelernt hatte, waren vielversprechend, leider ohne weitere Schulungen nicht verständlich. Also meldete ich mich bei einer Heilpraktiker-Schule an und eröffnete nach bestandener Prüfung zusätzlich eine eigene Praxis. Aus dem riesigen Angebot der Alternativmedizin wählte ich mir die Bereiche der chinesischen Medizin, anthroposophischen Medizin, Homöopathie und Aromatherapie. Das ließ sich mit meinen Erfahrungen und Ausbildungen wunderbar vereinbaren.

Was diesen Therapien gemeinsam ist: vor der Behandlung müssen umfangreiche Informationen von und über den Patienten und seine Erkrankung gesammelt werden. Ausschnitte davon helfen nicht wirklich, bzw. nur kurzfristig oder oberflächlich So fand ich immer besser Zugang zu den Bedürfnissen der Patienten und mein Wissen um Wirkungen verschiedener Mittel und Therapien wuchs stetig. Auch wenn ich natürlich erwartet hatte, dass diese Therapien helfen- war ich oft genug verblüfft über die drastischen Erfolge, gerade bei schulmedizinisch austherapierten Patienten.

Später ergab sich eine Mitarbeit bei einer Firma, die ätherische Öle verkauft. Ich hatte inzwischen schon lange Erfahrungen mit diesen Essenzen und deren Potenzial. Jetzt konnte ich in ungeheuer vielen verschiedenen Varianten schwelgen, zu denen ich als normaler „Kunde“ keinen Zugang gehabt hätte. Nach einiger Zeit ergaben sich spannende Anfragen nach Produktentwicklungen und Versuchsreihen und ich hielt Schulungen und Workshops ab- wofür wir dann die Firma Tresenze gründeten.

Meine „kindliche Neugier“ habe ich mir erhalten, bleibe auf der Suche nach neuen wissenschaftlichen Veröffentlichungen, besuche spannende Fortbildungen über pflanzliche Essenzen und deren Verwendungen, Neurobiologie/Lernen/Motivation, Medizin und gesunder Lebensführung – und stelle eigene Beobachtungen dazu an. Je mehr ich darüber erfahre, desto besser fügen sich die Themen zusammen.